31.12.2018/01.01.2019
Silvesterfeier mit Matthias und seiner Frau Bina

Ein lustiger Jahreswechsel

Und wieder ist ein Jahr ins Land gegangen. War es 2018, 17, 19? Die Zeit rast und Zahlen verlieren ihre Bedeutung. Dafür aber gewinnen Momente wie Silvester, und mehr noch, ein Jahreswechsel, an Stellenwert, denn diese Momente sind wie spirituelle Halteanker, wenigstens für einen Augenblick, die Zeit spirituell anzuhalten, um über Rückblicke zu sinnieren, Gedanken an Gestern und Morgen, Wünsche und Hoffnungen, um so etwas von dem Gefühl zurückzuerhalten, das man als Kind so oft gehabt hatte: die Überzeugung, Zeit und Leben beeinflussen und sogar steuern zu können. Vielleicht ist das ja auch ein unbewusster Grund, warum man gerade an Silvester nicht alleine sein will, sondern gemeinsam diesen wichtigen Moment zu begehen. Mit netten Menschen, mit denen man sich austauschen und etwas teilen kann, was man sonst eher zu vermeiden sucht: die Melancholie, über das Vergangene zu reden und die (naive) Hoffnung, ab diesem Moment alles besser zu machen. Und hat dabei den Trost, dass die Zeit nicht nur an einem selbst nagt, sondern auch an jedem anderen. Geteiltes Leid ist halbes Leid…
Mit Matthias im Gespräch

Seit ich mit Geo zusammen bin, gerieten wir nur dreimal in Verlegenheit, alleine Silvester feiern zu müssen. Wobei wir den Jahreswechsel 2010/11 gar nicht als so traurig empfanden, denn Geo war gerade erst in Deutschland angekommen und wir glücklich, von nun an gemeinsam jedes neue Jahr begrüßen zu dürfen. Nach weiteren Silvestern mit Christian, Bruder Jörg und seiner Frau Katja, mit Neffe Björn oder mit meinen Eltern gab es nur einen einzigen, wo wir nicht zuhause waren: 2016 in Frankfurt/Main. Doch diese Erfahrung machte klar, dass es nicht nur zuhause am schönsten ist, sondern auch das Silvesterpanorama, das wir von unserem Balkon hinab über den Rhein bis hin zur Innenstadt haben, einfach am beeindrucksten ist. Auch wenn es von Jahr zu Jahr weniger wird, da der Trend weg von Raketen und hin zu diesen Batterien aus Böllern geht, die bei weitem nicht so hoch fliegen und damit nicht mehr so gut sichtbar sind.

Diesmal also sollten uns an diesem Event der warmherzige Matthias mit seiner überaus netten Frau Bina beehren. Das Ganze entstand aus einer vollkommen spontanen Idee zu Halloween heraus, wo wir im Freundeskreis in einem urigen Kölner Brauhaus Halloween begingen. Wider Erwarten waren die beiden sofort begeistert von unserem Vorschlag und so machten wir alles in wenigen eMails kurz darauf klar. Bina und Matthias kamen zu Silvester in Köln an, aber checkten vorab für zwei Nächte in einem Hotel im Kölner Westen ein, um „uns nicht allzu sehr zur Last zu fallen“. Zumindest konnten wir ihnen ausreden, schon in der Neujahresnacht wieder dorthin zurückzukehren. So blieben sie bis zum späten Neujahrsvormittag, denn Geo musste (natürlich) auch an diesem Tag im Hotel arbeiten gehen. Doch zurück zu Silvester.

In drei „Etappen“ deckten wir uns in der Woche vor Silvester für das gemütliche Beisammensein ein: Fleisch und Knabbereien holten wir am Mittwoch (inclusive Fischstäbchen mit Kroketten, die Matthias so sehr liebt), Getränke (Sekt und ein Kasten Bier – natürlich FRÜH) am Donnerstag und etwas Feuerwerk und Knallerei am Freitag. Wir waren also gerüstet und freuten uns sehr, als der erwartete Anruf von Matthias am Silvesternachmittag kam: beide waren in die Straßenbahn gestiegen und fuhren eine halbe Stunde lange zu uns, wo ich sie an der Haltestelle in Köln-Westhoven in Empfang nahm. Unsere Gäste waren in bester Stimmung, auch wenn Bina sich von Alkohol fern hielt und dies übrigens auch den ganzen Abend beibehielt. Geo trank ob ihrer Arbeit am nächsten Tag auch nicht viel und so blieb das Matthias und mir „vorbehalten“. Aber wir hatten auch ohne "Unmengen" Alkohol unseren Spaß. Wir unterhielten uns viel, aßen reichlich und begannen dann den Kasten Bier zu "attackieren". Matthias fuhr in Diskussionen mit mir und Geo zur Höchstform auf und wurde nur von einem Spiel „Scrabble“ gebremst, wo wir bei Bina und Geo hingegen nicht viel zu lachen hatten… Kurz zuvor beeindruckte uns Bina schon mit ihren kreativen Malkünsten, indem sie uns ihre neue Webseite zeigte, wo sie ihre Gemälde zum Kauf anbot. Wirklich ein Bild schöner als das andere. Und wir alle wünschten uns so sehr, dass damit Bina endlich mal Erfolg haben würde. Bislang blieb ihr das versagt. Nicht, weil ihre Bilder nicht professionell und beeindruckend anzusehen sind, sondern weil ihr bislang das Glück nicht hold war, wie es bei Künstlern oft der Fall ist. Dank Matthias Job (er macht als Informatiker ziemlich das Gleiche wie ich) ist immerhin Binas Tätigkeit keine „brotlose Kunst“ mehr. Nicht nur in dieser Hinsicht ergänzen die zwei sich perfekt, sondern vor allem, wie sie die Welt sehen und wie sie das Leben zu nehmen wissen. Bina und Matthias haben sich wirklich gesucht und gefunden. Was man hoffentlich auch von Geo und mir sagen kann.

Die Stunden vergingen so im Fluge und wir hatten wirklich eine tolle Stimmung und eine gute Atmosphäre vom ersten bis zum letzten Moment. Nicht schwer, wenn die Herzen offen sind und kein Platz für „zweite Gesichter“ ist. Nichts und niemand fremdelte – es war so, als würden Bina und Matthias bei uns ein und aus gehen, obwohl sie doch das erste Mal bei uns waren. Es wurde viel geredet, gelacht und gescherzt. Dabei fiel nie ein böses oder verletzendes Wort. Es war einfach nur schön und harmonisch. So wie wir es uns vorgestellt und gewünscht hatten. Wirklich perfekt!

Dann war es auch schon so weit. Voller Stolz und Freude durften wir bei Sekt und bester Laune unsere Gäste um Mitternacht auf den Balkon führen, wo wir gemeinsam das eingangs erwähnte tolle Feuerwerkspanorama quer über den ganzen Horizont genießen durften. Wir verfeuerten unsere gekauften Raketen und Knaller und versuchten uns auszumalen, was uns wohl im neuen Jahr alles so erwarten würde. Klar: Gesundheit und wenigstens ein bißchen Erfolg im Beruf wären toll, aber immerhin hatte ich im Dezember meine Wohnung abbezahlt (und dabei noch eine mächtige Restsumme "berappen" müssen) und so gesehen, fällt es natürlich bedeutend leichter, viel sorgenfreier in das neues Jahr zu gehen. Also:

2019 – Du kannst kommen. Wir sind bereit.