Schlittschuhe laufen

Gleich vorweg: ich bin kein großer Fan von Anglizismen, aber leider hat das lange Wort "Schlittschuhe laufen" auf keinen Button, äh Druckknopf gepaßt. Aber zum eigentlichen Thema zurück: selbst kein leidenschaftlicher Wintersportler, konnte mich einst meine damalige Freundin Antje dennoch überzeugen, es doch auch einmal zu probieren. Und so ging es heimlich auf einen zugefrorenen kleinen Teich und siehe da - ich hätte es mir schwerer vorgestellt. Irgendwo auch stolz darauf, mit 27 Jahren noch so flexibel zu sein (das dachte ich wirklich!), probierten wir es von da an regelmäßig.

Immer Haltung bewahren

Wahrscheinlich konnte ich mich deshalb so schnell mit dieser Sportart anfreunden, weil ich viel besser stürzen als laufen konnte. So fiel ich immer unspektakulär und selten mal unsanft, so daß mir im großen ganzen die Lust an der Sache erhalten blieb. Schmerzen bereiteten mir einzig und allein die geliehenen Schlittschuhe, denn entweder "lähmten" sie meine Füße oder sie rieben meine Hacken und Knöchel auf. Jedesmal faßte ich dann auf's Neue den Vorsatz, mir für das nächste Mal eigene und richtig gute Schuhe zu kaufen, aber dann wurden die Pausen zwischen den einzelnen Schlittschuhausflügen wieder länger und der Vorsatz schnell vergessen. Schließlich - viele Jahre später - erbarmte sich Lilia meiner und schenkte mir zu Weihnachten 2003 ein qualitativ anspruchsvolles wie preislich teures Paar. Nun muß ich nur noch eine passende Gelegenheit finden, sie auszuprobieren (für einen guten Vorsatz für 2004 ist es bereits zu spät...). Denn in den letzten Jahren habe ich das Laufen auf dem Eis sträflich vernachlässigt und meine Einsätze konnten man an den Fingern nur einer Hand abzählen: mit Jenny in Köln, mit Thomas in Berlin und einmal mit Lilia in Leverkusen - das war's! Aber nach jedem Sommer kommt ein Winter - die Hoffnung also bleibt.

Übrigens bin ich ein klassischer "Rechtsdreher". Das war mir all' die Jahre gar nicht bewußt gewesen. Aber im Leverkusener Eisstadion kam per Lautsprecher alle fünf Minuten die Aufforderung, die Richtung zu wechseln. Und da stellte ich tatsächlich fest, daß ich beim Laufen im Uhrzeigersinn viel sicherer war. Damit ist ja wohl endgültig der Beweis erbracht, daß ich immer schön mit der Zeit gehe...