Fotografieren

Ein gutes Foto sagt mehr als Worte / Italien Oktober 2000
Ein gutes Foto sagt mehr als Worte  
Italien Oktober 2000  

Meinen ersten Fotoapparat hatte ich erst recht spät bekommen, irgendwann mit Mitte 20 habe ich ihn mir gekauft. Vorher war ich immer passiv den "Attacken" fremder Amateurfotografen aus Familie und Bekanntschaft ausgesetzt. Doch wer kann heute schon noch sagen, wieviel von diesen Fotos inzwischen in die Hände eines Menschen gefallen sind, der mit dem Bild keine Erinnerung mehr verbindet und es dann im "Erbschaftsverfahren" in den nächsten Mülleimer geschmissen hat... Auch Dich kriege ich noch!

Mit den Fotos, die man selber macht, ist das was ganz anderes. Redliche Versuche in diversen Alben oder Dia-Serien legen davon reichlich Zeugnis ab. Der Hang nach Exclusivität der Fotos kommt aber erst ganz viel später, wenn man sich richtig ausgetobt hat und die Schrankwand aus allen Nähten platzt...Als ich dieses Stadium erreichte, und mehr auf Qualität denn auf Quantität zu setzen bemüht war, versuchte ich dieses Problem damit zu lösen, daß ich mehr und mehr auf Dia-Filme umstieg und die Anzahl der mitgenommenen Filme im Urlaub auf etwa einen 36iger-Film pro Woche beschränkte. Doch selbst da ist die Kunst gering und die Versuchung groß, so daß man am dritten Tag den Film und spätestens am vierten Tag die Nase voll hat, weil einem nun die besten Motive verloren gehen. Warum suchen die sich bloß immer die Woche ab dem vierten Tag aus?

Die Lösung aller Platzprobleme hieß: Digitalfotografie!!! Das Praktische mit dem Angenehmen verbunden, schenkte ich Lilia zu Weihnachten 2002 das Beste, was da gerade auf dem Markt war: eine Konica KD-400Z mit Dual Slot und unglaublichen 4,0 Megapixeln Auflösung! Und nun kam der gnadenlose Rückfall in alte "Knips-alles-nieder-was-Dir-vor-die-Linse-kommt"-Zeiten...Eigentlich noch schlimmer, denn man kann ja sofort peinliche Aufnahmen und "sonstige Unfähigkeiten" wieder verbannen - und das ganz ohne Spuren. Und während einst eine ganze Schrankwand nicht mehr ausgereicht hätte, ist am Computer noch nicht mal eine CD voll. Schöne neue Welt! Aber ganz im Vertrauen: nicht immer muß deswegen die Qualität leiden, denn wann konnte man früher schon am Morgen einfach mal nur so den Sonnenaufgang fotografieren, um am Ende bei vielleicht zehn Versuchen sogar eine unglaublich tolle Aufnahme dabei zu haben?

Anmerkung, März 2009

Jahre später, ich hatte inzwischen drei Digitalkameras "verschlissen" (darunter eine zu Karneval 2006 und eine beim Klettern 2008), war der Kauf einer Digitalkamera beinahe Tagesgeschäft geworden. Daß die vierte Digitalkamera sogar achte Megapixel Auflösung und ein Weitwinkelobjektiv besaß, nahm man kaum noch zur Kenntnis. Man könnte beinahe sagen, daß mit zunehmend besser werdender Technik die Freude an der Fotografiererei nachließ. Aber ganz so schlimm ist es natürlich nicht und die Freude an schönen Bildmotiven ist nahezu ungebrochen. Nur eines habe ich mir inzwischen abgewöhnt: die Kamera überallhin mitzunehmen...

Anmerkung, Juni 2011

Ich habe mir gerade eine neue Digitalkamera (Sony Cybershot DSC-WX10N) zugelegt und das ist eine ideale Gelegenheit, diesen Menüeintrag zu ergänzen. Daß es nun eine Erweiterung gibt, ist einem ungewollten Missgeschick verschuldet. Wieder einmal. Denn die bisherige Digicam war noch gut genug, eine ganze Weile weiter „betrieben“ zu werden. Da sie bereits einmal im Dezember 2009 fast zu Bruch gegangen wäre, schaffte ich mir danach ein Stativ an, um Ähnliches für die Zukunft zu vermeiden. Die Ironie des Lebens wollte es, daß sie nun genau deshalb kaputt ging. Denn während eines Picknicks im Japanischen Garten, das Geo und ich „zelebrierten“, erfasste ein Windbö das Stativ und riß es, mitsamt der Kamera, zu Boden. Das Objektiv war hinüber und eine Reparatur hätte sich nicht mehr gelohnt. Das war dann also bereits die dritte Kamera, die ich mehr oder weniger unabsichtlich zerstörte. Drei von bisher vieren, die ich seit Ende 2002 gekauft habe. Alle guten Dinge sind fünf, so hoffe ich nun. Es waren übrigens auch fünf Wochen, die ich gebraucht habe, um mich endlich für die Kamera zu entscheiden, für deren Kauf ich mich eine weitere Woche später durchringen konnte.