Lesen

Angefangen hat alles mit ein paar Märchenbüchern, vorzugsweise von den Autoren Andersen und Hauff. Auf Grimms Märchen habe ich hingegen nie gestanden, obwohl mir die selbst heute noch so manche Behörde nahebringen will... Wenige Jahre später sattelte ich auf Geschichte und historische Romane um, aber auch ein gutes utopisches Buch, vor allem wenn es in dem Stil von Lem und Bradbury geschrieben war, war nicht zu verachten. Nach meiner Schulzeit begriff ich vollends die Realitäten als solche und vergrub mich zusehends in Tatsachenberichte, Autobiographien und Dokumentationen. Entdeckungsreisen, Kriegsberichte und natürlich Reiseerlebnisse hatten es mir angetan. Der Freiheit des Geistes waren keine Grenzen gesetzt und überwanden auch die Mauern, die um einen herum aufgebaut waren.

Schreibkraft gesucht...

Nach der sogenannten "Wende" (ich mag dieses Wort bis heute nicht, denn die Menschen blieben dieselben) kam ich dazu, meinen Literaturhorizont auch mehr gen Westen zu erweitern, wenngleich es auch vor der "Wende" (gibt es denn kein besseres Wort?!!!) genügend Möglichkeiten gab, an solche Literatur zu kommen. Mein Geschichtsbild wurde im Laufe der nachfolgenden Jahre ein wenig korrigiert ("geschliffen"), neue Realitäten sichtbar, vor allem aber begriff ich, daß der Mensch, in welcher Gesellschaft auch immer, am Ende überall gleich und keineswegs besser ist, sich lediglich in seiner Erscheinung unterscheidet. Eine Menge Lehrgeld und Enttäuschungen bezahlend, konnte mich nur der neue Sarkasmus von Schriftstellern wie Heller, Irving oder Updike darüber hinwegtrösten, auch noch dem häßlichsten gesellschaftlichen Gesicht etwas Lustiges abzugewinnen. Selbst Woody Allan oder Douglas Adams waren da hilfreich.

Die Zeiten änderten sich und ich lebte in anspruchsvollen Jobs wieder auf. Seit dieser Zeit beschäftige ich mich meist nur noch mit Fachbüchern aus der Computer- oder wissenschaftlichen Welt. Statt in Romanen "schmökere ich in Lehrbüchern, statt Geschichtsbücher nehme ich eine Abhandlung über die Entstehung des Internets zur Hand, und Science Fiction begegne ich mit dicken Wälzern über Programmiersprachen wie ABAP und Javascript...

Am Schluß bliebe noch zu erwähnen, daß mir gerade im Zusammenhang mit der Kindererziehung klar wurde, wie wichtig eine gute Allgemeinbildung und ein gutes Benehmen sind. Und so nehme ich auch gerne mal Schwanitz und (den "modernen") Knigge zur Hand, um ein noch besseres Vorbild zu sein.