Der erste Gedanke

Der erste Gedanke


Der Gedanke einer eigenen Website hat mich eigentlich schon über die Jahre hinweg fasziniert. War man Ende der 90er Jahre fast noch ein Exot, wenn man eine eigene Homepage besaß, so war es spätestens in den Jahren des Internet-Booms - lange lange ist's her - nicht nur schick, eine eigene Website sein eigen zu nennen, sondern in gewissen Kreisen geradezu Pflicht. Dieser Pflicht habe ich mich erfolgreich entzogen: nicht weil ich es nicht wollte, sondern weil ich aufgrund meiner Arbeit als SAP-Anwendungsprogrammierer ohnehin zehn bis dreizehn Stunden täglich am Computer saß und zu Hause keine rechte Lust mehr hatte, nochmals den "interaktiven Kasten" anzuschalten. Einen Internetzugang besaß ich zudem auch eine ganze Weile nicht - ich muß wohl dann doch eher der untypische Informatiker gewesen sein, auf keinen Fall aber dieser sogenannte "Freak"...

Aber die Zeiten ändern sich und meistens nicht so wie man selbst es will. Unerwartet und plötzlich schied mein Job von mir und die Arbeitslosigkeit kündigte sich an. Wenn man den Medien und der öffentlichen Meinung Glauben schenken darf, dann steht ein Arbeitsloser vor drei Alternativen:

  1. er genießt die Freizeit und lebt mit Chips, Pantoffeln und Glotze in den Tag hinein; eventuell aufkommende Depressionen spült er schnell mit einem Bier vom Kiosk nebenan runter
  2. er freut sich über den Verlust der ohnehin schlechtbezahlten Arbeit, um nun endlich in einer oder gleich mehreren Schwarzarbeiten den großen Reibach zu machen
  3. er schämt und verkriecht sich; seine Arbeitslosigkeit kommt ihm wie eine Krankheit vor, mit der er auch nicht noch andere anstecken will

Zugegeben, für Punkt Eins bin ich nicht dumm und für Punkt Zwei nicht schlau genug. Und was Punkt Drei anbelangt: da fühle ich mich einfach (noch?) nicht schuldig genug, auch wenn es einem die Politik tagtäglich stets auf's Neue einreden will.